Interview with "Wilde Blumen"

Updated: Aug 16, 2020

Deutsche Version:

(English version down below)



Hallo ihr Lieben,


Heute darf ich euch endlich mein Interview mit Mag. Elke Holzinger und Dipl. Ing. Valentina Dellinger von den "Wilde Blumen" präsentieren. Nachdem mir bei meiner Parkanalyse desJoseph-Samuel-Bloch Parks aufgefallen ist, wie wenig einheimische Pflanzen in dem neuen Bepflanzungskonzept der Stadt Wien verwendet werden, habe ich damit begonnen, mich auch in anderen Gärten umzusehen und umzuhören, wie viele einheimische Pflanzen dort genutzt werden. Das Ergebnis meiner kleinen Befragung war relativ eindeutig. (Bitte nicht als wissenschaftliche Studie zu verstehen. Ich habe mich schlicht mit Freunden und Familie unterhalten, bin halt einfach ein kommunikativer Mensch ;) ) Die wenigsten Leute mit denen ich gesprochen habe verwenden wissentlich heimische Blumen im Garten und der Großteil weiß es oft einfach nicht. Und ganz ehrlich es ist auch gar nicht so leicht herauszufinden, welche Pflanzen in unseren Breiten von Natur aus üblich sind, wenn man in einem Gartencenter steht. Die Herkunft von Pflanzenarten ist im Normalfall auf keinem Etikett im Geschäft angeschireben. Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt, Pflanzen die mich interessieren auf dem Handy zu googeln. Auch hier wird man nicht immer mit einer schnellen eindeutigen Antwort belohnt und es ist auch nicht gerade praktikabel. Außerdem gibt es auch in vielen Gartencentern nicht gearde eine große Auswahl an heimischen Pflanzen. Da wird mehr auf prunkvolle Hybride gesetzt.


Also habe ich mich auf die Suche nach Anbietern von heimischen Pflanzen gemacht und bin dabei auf die "Wilde Blumen" gestoßen. Bis jetzt der einzige Versand von heimischen Wildblumen, die ich in Österreich finden konnte und sie waren so nett mir ein Interview zu geben. Also bin ich kurzerhand an einem freien Tag im Juli zu ihnen nach Regau in Oberösterreich gefahren und hatte ein wirklich nettes Gespräch mit Elke und Valentina in ihrem schönen Garten:

Im Garten der "Wilde Blumen" © Earth.Life.You

Alexandra: Hallo Elke, hallo Valentina. Bitte stellt euch kurz vor und erzählt uns von der Geschichte der „Wilde Blumen“.


Elke: Also wir sind Elke und Valentina von „Wilde Blumen“. Angefangen hat das Herbert Pointl als „Wildblumen Pointl“. Ursprünglich wurden naturnahe Spielplätze geplant mit naturnaher Bepflanzung.

Dabei ist ihm aufgefallen, dass er die heimischen Wildblumen und Wildsträucher immer in Deutschland bestellen muss, weil diese ist in Österreich kaum zu kriegen waren. Das war 2012 ungefähr. Daraufhin hat Herbert Pointl beschlossen, er fängt bei sich daheim eine kleine Wildblumengärtnerei an. Da das doch aufwendiger war als gedacht, hat er sich Unterstützung gesucht. So bin ich dann dazu gestoßen.

Obwohl Herbert dann schon auf Messen gefahren ist und viel in Werbung investiert hat, war das Interesse für Wildblumen einfach noch nicht so da. Nach 1 ½ Jahren hat mir Herbert gesagt, ich soll das Geschäft übernehmen, da ihm das Ganze etwas zu viel geworden ist. Für mich allein als Botanikerin war das aber mit der Führung eines Unternehmens etwas schwierig. Herbert hat dann seine Cousine, Brigitte Moser, die nach wie vor bei uns im Team ist, hinzugeholt. Sie hat bei der "Grünen Erde" in der Finanzabteilung gearbeitet. Sie bringt also das buchhalterische und wirtschaftliche Wissen mit. Dann kam noch Paula Pollak für die Landschaftsplanung mit ins Team.

Wir drei haben dann die Wildblumengärtnerei 2016 übernommen. Dann hat es eigentlich schon recht zu fruchten angefangen. Etwa zwei Jahre später ist Valentina geringfügig dazu gestoßen. Sie hat sich einfach blind bei uns beworben und nachdem die Arbeit eh immer mehr geworden ist, waren wir froh über die Unterstützung. Im ersten Jahr hatten wir einen Stundenlohn von 2€, im zweiten Jahr dann 5€. Es war am Anfang schon viel Liebhaberei dabei. Das muss man schon sagen. Wir haben alle noch einen Nebenjob gehabt, also ganz allein davon leben wäre nicht gegangen.


Valentina: Und seit diesem Jahr bin ich jetzt fix dabei, also als vierte Teilhaberin.


Alexandra: Und was war deine Motivation, dich bei den „Wilde Blumen“ zu bewerben?


Valentina: Ich war dabei, mein Studium, Umwelt und Bioressourcenmanagement auf der BOKU, abzuschließen und wollte nebenher noch etwas Praktisches machen, wo ich den Kopf ein bisschen frei kriege und das mit den Blumen und Pflanzen hat mich immer interessiert. Auf „Wilde Blumen“ bin ich durch Zufall gekommen. Ich war bei einem Bauernladen in Vöcklabruck und mir ist ein Verkaufswagerl mit Pflanzen drinnen aufgefallen. Ein paar Monate später ist mir wieder eingefallen, dass es diesen Betrieb gibt und dann habe ich sie einfach angeschrieben. Im Endeffekt war ich einmal bei einer Konferenz dabei und dann haben sie gemeint, „passt, probieren wir“. Für mich ist auch das Selbständig sein das, was ich mir immer vorgestellt habe. Es ist auch ideal bei den „Wilde Blumen“ für mich, weil ich hier drei erfahrene Frauen habe und ich mich nicht allein ins Unbekannte wagen muss...


Elke: Und wir haben wieder die junge Perspektive! Na, es passt für uns alle echt super.

Logo der "Wilde Blumen" © Wilde Blumen

Alexandra: Und der Name „Wilde Blumen“ ist dann erst 2016 entstanden?


Elke: Genau, vorher hat es „Wildblumen Pointl“ geheißen und wir drei Frauen haben es dann als „Wilde Blumen“ bezeichnet und jetzt sind wir halt zu viert.


Alexandra: Wart ihr dann schon von Anfang an ein Biobetrieb?


Elke: Ja, ich glaube schon. Ich bin nicht ganz sicher, ob wir schon von Anfang an zertifiziert waren, aber unser Saatgut wurde immer in Regionen in Österreich gesammelt und wir waren auch von Beginn an Teil des REWISA Netzwerks. Die Wildblumen brauchen außerdem sowieso keine Spritzmittel und keinen Dünger. Freilich haben wir Läuse, aber ja, die werden dann entweder mit Wasser runtergespritzt oder mit Brennnesselbrühe oder Acker-Schachtelhalm behandelt.

© Earth.Life.You

Alexandra: Was sind die Kriterien für "Bio" bei Pflanzenbetrieben?


Elke: Die Erde muss Bio und Torf-frei sein und es dürfen keine künstlichen Spritzmittel oder Dünger verwendet werden.


Valentina: Die Samen sollten auch nicht behandelt sein.


Elke: Genau, die sollten halt auch möglichst Bio sein. Wobei das ist auch schwierig, weil nicht jede Fläche, wo man Samen sammelt, Bio zertifiziert ist. Wenn man allerdings keine Samen in Bio Qualität bekommt, darf man auch „normale“ Wildblumensamen verwenden.

Jungpflanzenaufzucht © Earth.Life.You

Alexandra: Generell, wie werden Wildblumen eigentlich genau definiert? Werden da irgendwelche Arten von Züchtungen oder Hybride verwendet?


Elke: Nein. Es wird nur das verwendet, was draußen in der Natur vorkommt.


Alexandra: Heimische Wildblumen und -sträucher findet man ja leider in den wenigsten Gärten. Wirklich schade, wenn ich mich hier bei euch im Garten umschaue! Könnt ihr euch erklären, warum in der Gartenwelt so wenig Wildblumen verwendet werden?


Elke: Eher Nichtwissen, gell?

© Earth.Life.You

Valentina: Das kann mehr eher nur mutmaßen. Ich finde es kommt vom Gestalterischen her. Man muss anders an die Planung herangehen. Die Wildblumen, die wirken dann oft erst in der Fläche. Eine Wildblume allein wirkt oft nicht so massiv, wie eine konventionelle Gartenblume. Vielleicht wirken sie für Viele auch nicht interessant genug... Aber eigentlich sind sie für den Garten auch sehr sinnvoll, weil sie weniger Pflege brauchen und langlebiger und somit auch günstiger sind.


Elke: Ja und sie sind auch super an unser Klima angepasst. Man braucht sie nicht gießen, außer es ist extrem trocken. Ich habe jetzt natürlich auch Wildblumen in den Balkonkisteln. Das Kistel ist jetzt irrsinnig schön, aber es ist nicht von April bis Oktober durchgehend so, wie es zum Beispiel mit Geranien der Fall wäre. Aber wenn dann so viele Bienen zu den Pflanzen kommen, sieht man einfach wie viel Nutzen das auch hat.

© Earth.Life.You

Alexandra: Wildblumen eignen sich ja auch gut für Staudenbeete. Mir ist allerdings aufgefallen, dass auch bei Informationsmaterial für Naturgärten oft nicht heimische Arten aufgelistet werden. Man weiß allerdings als Laie meist nicht, welche Pflanzen heimisch sind und welche nicht. Meinen Naturgarten habe ich ja planen lassen, da ich vorher sehr wenig Ahnung von Pflanzen hatte und nicht wusste, was man gut nebeneinandersetzen kann. Viele meiner neuen Pflanzen sind auch nicht heimisch, aber das musste ich auch erst recherchieren. Es ist ja auch nicht schlecht, es sind ja keine aggressiven Neophyten darunter. Trotzdem frage ich mich, warum auch unter Naturgärtnern heimische Pflanzen so wenig verwendet werden.


Valentina: Heimisch gilt nur alles was vor 1492 in unseren Breiten vorgekommen ist. Alles andere ist nicht heimisch. So wie die Ringelblume z.B., das ist auch so eine klassische Bauerngartenpflanze, wo man glaubt, die wird immer schon da gewesen sein, aber das ist nicht so.

Staudenbeet aus Wildblumen © Earth.Life.You

Alexandra: Also habt ihr auch Pflanzen, die erst nach 1492 nach Österreich gekommen sind und dann verwildert sind?


Elke: Ja, oder weil sie einfach super Bienenpflanzen sind. Zum Beispiel der Muskateller Salbei fällt mir jetzt ein, der ist auch nicht heimisch, aber der ist irrsinnig super für die Holzbiene. Auch in einem Naturgarten müssen nicht 100% heimische Pflanzen sein. Wenn es 60% sind, dann ist es schon wunderbar und wenn wer sagt, er mag halt die gefüllten Rosen lieber, naja dann soll er sich die gefüllten Rosen ansetzen. Aber wenn er dafür dann irgendwo 5 Quadratmeter Blumenwiese anlegt, dann ist den Insekten auch schon sehr geholfen.

Kugeldistel mit viel Besuch! © Earth.Life.You

Alexandra: Ich habe letztens erst wieder gehört, dass man sich vor etwa 50 Jahren nicht vorstellen konnte, dass die Margerite eine seltene Pflanze sein könnte. Aber jetzt gibt es doch einen starken Rückgang. Ist das auch etwas, was ihr bemerkt? Das die Vielfalt der heimischen Pflanzenarten zurückgeht?


Elke: Ja, vor allem in so Gebieten wie Regau und Umgebung, wo einfach viel intensive Landwirtschaft ist. In den Wiesen, da ist nichts mehr. Da findet man vielleicht noch am Rand Wildblumen, wo nicht so oft gemäht wird, oder der Dünger nicht hinkommt. Zum Beispiel hier die Wiese vor meinem Haus, die wird fünf Mal im Jahr gemäht, dann wird jedes Mal nach dem Mähen gleich Gülle und noch Mist darauf verteilt. Ja, welche Blume hält denn das aus?


Alexandra: Die meisten heimischen Pflanzen brauchen ja mehr magere Böden, oder?


Elke: Genau, je weniger umso besser. Darum ist auch die Kultivierung so einfach. Ich meine, ab und zu sieht man schon im Topf, dass es der Pflanze dann schon recht wäre, wenn sie rauskommen würde. Aber das ist ja dann auch das Tolle. Wenn die Kunden die kleinen Pflanzen dann in den Garten raus setzen und die Pflanzen dann innerhalb von drei Wochen quasi explodieren. Das ist schon ein schöner Effekt und es kommen Kunden deswegen auch immer wieder zu uns.

Wildblumen fertig zum Verkauf © Earth.Life.You

Valentina: Ja und wir haben auch Kunden, die sagen, sie können sich erinnern wie sie als Kinder durch die Wiesen gegangen sind, zum Muttertag zum Beispiel und haben nach 10 Minuten einen super tollen, vielfältigen Strauß gehabt. Das geht jetzt meist nicht mehr. Erstens ist zu dem Zeitpunkt häufig schon gemäht worden und auch wenn nicht, findet man dennoch weniger Wildblumen. Es ist einfach nicht mehr so vielfältig. Da sind oft Leute, die dann sagen: "Ja, aus meiner Kindheit kenne ich die und die Pflanze." Und ich kenne aber die Pflanze z.B. schon nicht mehr aus meiner Kindheit.


Elke: Ja und mit unseren Kindern wird das noch schlimmer werden, denn die kennen keine Blumenwiesen mehr. Die vermissen das dann auch gar nicht. Ich bin auch immer hier in der Wiese Blumen pflücken gegangen. Jetzt brauche ich dort nicht mehr nach Blumen suchen zu gehen, weil da ist nichts mehr. Jetzt kann ich Gräser pflücken. Ja, die Zeit wo der Löwenzahn blüht, ist die einzige Zeit, wo die Wiese nicht grün aussieht, sondern gelb.

Erdbeeren im Geländerrohr-Blumenkasten © Earth.Life.You

Alexandra: In der Stadt nenne ich das Phänomen der sehr gepflegten Gärten ganz gerne „Ordnungswahn.“ In vielen Stadtgärten darf ja oft kein Blatt schief liegen. Ist das am Land auch der Grund? Oder warum wird eine Wiese so oft gemäht?


Valentina: Ja, um Futter für die Tiere zu haben. Hauptsächlich wird daraus Silage gemacht.


Elke: Ja, es wird überhaupt kein Heu mehr gemacht. Es werden nur die Siloballen produziert. Das ist ja das Nächste. Selbst wenn irgendwelche Blumensamen reif werden würden, die haben ja gar keine Chance mehr, dass sie abfallen oder nachreifen können.


Valentina: Was beim Heumachen sicher passiert, dass dann ein Saatgut abfällt und auf der Wiese bleibt.


Alexandra: Also im Endeffekt kann man fast schon wieder sagen, dass auch die intensive Tierhaltung für den übermäßigen Fleischkonsum unserer Gesellschaft mit für den Rückgang der Wildblumenwiesen verantwortlich ist?


Valentina: Mhm, wird man wahrscheinlich auf das runterbrechen können.

Wilde Möhre © Earth.Life.You

Alexandra: Ihr seit ja Teil des REWISA Netzwerks (Verein der mit REgionalen WIldpflanzen und SAmen arbeitet). Ist dieses Netzwerk österreichweit oder europaweit?


Elke: Nein, österreichweit.


Valentina: Es gibt aber auch in Deutschland Netzwerke.

Alexandra: REWISA setzt sich auch dafür ein öffentliche Flächen mit Wildblumen zu bepflanzen. Habt ihr den Eindruck, dass das Bewusstsein in den Ortschaften dafür steigt?


Elke: Es gibt jetzt z.B. die Aktion "bienenfreundliche Gemeinde". Da melden sich die Gemeinden an und kriegen dann Unterstützung. Also keine finanzielle Unterstützung, aber Rat und Tat. Manche Gemeinden nehmen das sehr ernst. Super ist, wenn auch die Leute dahinterstehen, die die Flächen pflegen und nicht nur der Bürgermeister. Denn die müssen es ja dann umsetzen. Viele glauben nämlich eine Wildblumenwiese ist aufwendiger. Man muss ihnen erst erklären, dass das nicht mehr Arbeit ist. Statt einer Rasenfläche, die ich etwa sechs Mal im Jahr mähen muss, lasse ich dann eine Blumenwiese stehen, die ich nur mehr zwei Mal im Jahr mähen muss. Natürlich gibt es dann auch die Leute, die sagen: "Ma, so eine Gstetten".

Zuallererst gehört eine Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung gemacht, damit die Umgestaltung auch akzeptiert wird. Wenn die Leute dann wissen, warum die Wiese stehengelassen wird, dann passt es meist auch. Wenn nur zwei Mal im Jahr gemäht wird, gibt es natürlich auch zwischendurch eine Zeit, wo es mal nicht so schön aussieht, weil die Blumen verblühen und man die Samen abfallen lässt. Das ist dann die Zeit, wo die ersten Leute auf der Gemeinde anrufen und sagen, "Habt ihr leicht keinen Rasenmäher?“.

Oregano © Earth.Life.You

Alexandra: Ich habe erst kürzlich von einer Gärtnerei in Wien gehört, die einen Teil ihrer Wiesenfläche absichtlich stehen gelassen hat und dann tatsächlich Spendengelder angeboten bekommen hat, weil die Leute geglaubt haben, sie können es sich nicht leisten den Rasen zu mähen. Also da ist das Verständnis bei vielen Leuten anscheinend noch nicht vorhanden.


Elke: Ja, es wird aber langsam besser. Viele junge Leute wollen allerdings einen pflegeleichten Garten. Die haben dann lieber einen Steingarten mit Buchskugeln und Kirschlorbeer. Das muss immer schön sauber aussehen.

Valentina: Und manche schütten sich den Garten auch einfach mit Schotter auf. Da ist dann fast nichts mehr grün.


Alexandra: In Baden-Württemberg gibt es jetzt ein Verbot gegen Schottergärten. Zum Schutz der Artenvielfalt. Es ist nur ein kleiner Schritt, aber immerhin.

Spürt ihr, dass es jetzt verstärkt Interesse nach heimischen Pflanzen besteht, nachdem man doch mehr über das Insektensterben in den Medien hört?


Elke: Ja, man kann sagen, das hat sich jetzt von Jahr zu Jahr verdoppelt. Auch dieses Jahr mit Corona, das war ein Wahnsinn. Es wird dann nächstes Jahr spannend, außer es ist wieder ein Lockdown im März, das weiß man ja nicht, aber da wird es interessant, ob die Nachfrage nur wegen Corona so gestiegen ist oder ob das ein Trend durch eine Bewusstseinsbildung ist. Ich nehme einmal an, es hat beides zusammengespielt. Viele Leute hatten einfach die Zeit, sich damit zu beschäftigen, oder nachdem sie nicht auf Urlaub fahren dieses Jahr, haben sie es sich im Garten schön gemacht. Nachdem viele Gärtnereien nicht offen gehabt haben und Viele auch keinen Online Store hatten, und wir halt auch online verschicken, hatten wir eine rege Nachfrage.


Alexandra: Verkauft ihr hauptsächlich über den Onlineshop? Oder gibt es auch einen ab Hof Verkauf?


Elke: Bei den Wilden Blumen gibt es alles. Gartenverkauf, dann beliefern wir die Bauernläden in der Umgebung. Normalerweise fahren wir auch auf Messen, wobei wir das auch ein bisschen zurückschrauben. Hauptsächlich verkaufen wir aber online. Wir verkaufen auch sicher mehr nach Wien und Niederösterreich als nach Regau. Ich traue mich behaupten, dass von den 6.000 Regauer Bewohnern kennen uns vielleicht 500 oder 1.000, ich weiß es nicht.

© Earth.Life.You

Alexandra: Okay, das ist interessant. Vor allem, dass ihr in Wien auch schon so bekannt seid, das ist sehr nett!


Elke: Ja, sicher auch durch die Messen. Aber Wien hat auch fast zwei Millionen Einwohner.


Alexandra: Ja, wir sind schon ein großer Haufen in Wien.


Valentina: Vielleicht sind Städter auch mehr die, die sich mit solchen Themen auseinandersetzen und die sich die Natur auf dem Balkon schaffen, um sich zu erholen. Leute, die am Land wohnen z.B., die haben oft doch einen großen Garten und denken sich: "Ich kenn jetzt die Pflanze nicht, die mähe ich lieber nieder".


Alexandra: Ich habe auch den Eindruck, viele Leute, die am Land leben haben das Gefühl sie leben sowieso in unmittelbarer Nähe zur Natur, also ist es egal, ob mein Garten insektenfreundlich ist. Die haben rundherum eh alles was sie brauchen. So viele naturbelassene Gegenden gibt es bei uns aber gar nicht mehr durch die intensive Bewirtschaftung der Flächen… auch am Land. Das ist ja das Traurige daran.


Valentina: Und ich glaube, es ist auch wichtig, dass es zusammenhängende Flächen sind, aus Sicht der Insekten.


Alexandra: Genau, von Blüh-Highways habe ich jetzt auch schon aus Deutschland gehört und in Österreich gibt es von Global 2000 das Projekt „Die Blühlinge“, die auch ein Netzwerk aus Insektenfreundlichen Flächen schaffen wollen.


Valentina: Es hat ja keinen Sinn, wenn man Pflanzen anbaut, aber die Insekten für die man diese anbaut kommen dort gar nicht hin, weil sie nicht so eine große Reichweite haben. Man müsste Weg von den „Blühinseln“.


Elke: Ja, das sieht man auch bei mir im Garten. Bienen haben wir viele, aber Schmetterlinge sieht man dieses Jahr kaum. Einen Zitronenfalter haben wir gestern gesehen und Kohlweißlinge gibt es natürlich, aber Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs oder ähnliche, eigentlich gängige, Arten gibt es sehr wenig. Von einem Schwalbenschwanz, von dem träume ich nur.

© Earth.Life.You

Alexandra: Ich habe auch gehört, dass es für Schmetterling oft das Problem gibt, dass zwar wieder mehr Blühflächen angebaut werden, aber kaum Futterpflanzen für die Raupen, wie z.B. Brennnesseln. Die will keiner anbauen. Es müsste wohl ein gutes Netz aus Blühflächen und Raupenfutterpflanzen geben, damit sich Schmetterlinge wieder mehr verbreiten können…


Elke: Vermutlich, aber das ist im Garten natürlich schwierig. Wer will schon ein Beet anlegen, damit es abgefressen wird. Aber ein kleines wildes Eck im Garten würde schon helfen.


Alexandra: Würden sich Wildblumenbeete auch für Parkanlagen eignen?


Elke: Ja, sicher, natürlich. Aber es müssen halt immer die Personen dahinter stehen, die die Flächen betreuen. Da kann man noch so gute Ideen haben, wenn die nicht davon überzeugt sind, dann macht es keinen Sinn. Auch ein Wildblumenbeet geht nicht mit null Pflege. Das gehört trotzdem auch zweimal im Jahr zurückgeschnitten, oder zweimal im Jahr gejätet. Das ist so. Aber zumindest nicht so, dass ich es jedes Jahr wieder ausreißen muss und wieder neu ansetzen. Ich glaube Paula hat mal für einen Park in Wien ein Pflanzpaket zusammengestellt. Ich glaube es war der Augarten, wenn ich nicht irre.


Alexandra: Im Augarten? Okay, na da muss ich mal vorbeischauen.

Das waren jetzt schon alle meine Fragen. Vielen Dank euch beiden für eure Zeit! Es war ein sehr nettes Gespräch!


Elke: Da haben wir uns ja gar nicht so schlecht geschlagen.


Alexandra: Überhaupt nicht!

© Earth.Life.You

Ich hoffe, euch hat das Interview mit den beiden gefallen und ihr konntet vielleicht auch ein paar neue Informationen mitnehmen. Und wer weiß, vielleicht findet auch ihr ein kleines Plätzchen in eurem Garten oder Balkon oder auch einfach am Fensterbrett für ein paar heimische Wildblumen und leistet damit einen kleinen Beitrag für den Ehralt der heimischen Artenvielfalt. Falls ja freue ich mich, wenn ihr mir ein Foto davon schickt! Und schaut doch mal bei den "Wilde Blumen" vorbei und lasst euch inspirieren. (unbezahlte Werbung aus Überzeugung)



English Version:


Hello Everyone,


Today I can finally present to you my interview with Elke Holzinger and Valentina Dellinger from the "Wilde Blumen" (Wild Flowers). After I noticed during my park analysis of the Joseph-Samuel-Bloch Park, how little native plants are used in the new planting concept of the city of Vienna, I started to look around in other gardens and talked to other gardeners to find out how much native plants are used there. The result of my little survey was relatively clear. (Please don't take it as a scientific study. I simply talked to friends and family, as I am a very communicative person ;) ) Very few people I talked to knowingly use native flowers in the garden and most of them just don't know where their garden plants originally came from. And honestly, it is not so easy to find out which plants are naturally common in our latitudes when you are just standing in a garden center. The origin of plant species is usually not indicated on any label in a shop. I have gotten into the habit of googling plants that interest me on my phone before buying them. But let me tell you, you are not always rewarded with a quick and clear answer and it is not very practical. In addition, many garden centers do not exactly have a large selection of native plants. There is more emphasis on magnificent hybrids.


So I started searching for suppliers of native plants and came across the "Wilde Blumen". So far the only shipment of native wildflowers I could find in Austria and they were kind enough to give me an interview. So without further ado I went to Regau in Upper Austria on a day off in July and had a really nice talk with Elke and Valentina in their beautiful garden:

Welcome to Wildflower Paradise © Earth.Life.You

Alexandra: Hello Elke, hello Valentina. Please introduce yourselves and tell us about the story of the "Wilde Blumen"


Elke: So we are Elke and Valentina from the "Wilde Blumen". Herbert Pointl started it as "Wildblumen Pointl". Originally, he planned playgrounds with near-natural planting. He noticed that he always had to order the native wildflowers and wild bushes in Germany because they were hardly available in Austria. That was in 2012, approximately. Thereupon, Herbert Pointl decided to start a small wildflower nursery at home. Since this was more complicated than expected, he sought support. That's how I came to it. Although Herbert had already been to trade fairs and had invested a lot in advertising, the interest in wildflowers just wasn't there yet. After 1 ½ years, Herbert told me to take over the business because the whole thing had become too much for him. But for me alone as a botanist it was a bit difficult to manage a business. Herbert then brought in his cousin, Brigitte Moser, who is still with us in the team. She worked at the "Grüne Erde" (Green Earth) in the finance department. So she brings along accounting and business knowledge. Then, Paula Pollak joined the team for landscape planning. The three of us took over the wildflower nursery in 2016. Then it actually started to bear fruit quite well. About two years later, Valentina joined the team part-time. She simply applied blindly and since the work has become more and more, we were happy about the support. In the first year, we had an hourly wage of 2€, in the second year 5€. It was more like a hobby in the beginning. We all had a side job, so living on it alone would not have been possible.


Valentina: And since the beginning of this year, I am now a part of it as the fourth partner.


Alexandra: And what was your motivation to apply for the "Wilde Blumen"?


Valentina: I was about to finish my studies, environment and bioresource management at BOKU (University of Natural Resources and Lifescience in Vienna), and wanted to do something practical on the side, where I could clear my head a bit and I was always interested in flowers and plants. I came across "Wilde Blumen" by chance. I was at a farm shop in Vöcklabruck and I noticed a sales trolley with plants inside. A few months later I remembered that this business existed and then I simply wrote to them. In the end, I was at a conference once and then they said, "Let's try it". For me being independent is also what I always imagined. It is also ideal for me at the "Wilde Blumen" because I have three experienced women here and I don't have to venture into the unknown alone...


Elke: And we have the young perspective again! Well, it fits all of us really great.

Logo of "Wilde Blumen" © Wilde Blumen

Alexandra: And the name "Wilde Blumen" was only created in 2016?


Elke: Exactly, before it was called "Wildblumen Pointl" and then we three women called it "Wilde Blumen" and now there are four of us.


Alexandra: Have you been organic from the beginning?


Elke: Yes, I think so. I am not quite sure if we were certified from the beginning, but our seeds were always collected in Austria and we were also part of the REWISA network from the start. Moreover, wildflowers do not need any sprays or fertilizers anyway. Of course, they have lice, but yes, they are either sprayed down with water or treated with nettle broth or field horsetail.

© Earth.Life.You

Alexandra: What are the criteria for "organic" at plant farms?

Elke: The soil must be organic and peat-free and no artificial sprays or fertilizers may be used.


Valentina: The seeds should also not be treated.


Elke: Exactly, they should also be organic. But this is difficult because not every area where you collect seeds is certified organic. But if you can't get organic seeds, you can use "normal" wildflower seeds as well.

Nursery for the young plants © Earth.Life.You

Alexandra: In general, how are wildflowers, defined exactly? Are there any types of breeding or hybrids used?


Elke: No. Only what is found in nature is used.


Alexandra: Native wildflowers and bushes are unfortunately found in very few gardens. It's a real pity when I look around here in your garden! Can you explain why so few wildflowers are used in the garden world today?


Elke: Rather because of the lack of knowledge, I think...

© Earth.Life.You

Valentina: That can only be guessed. I think it comes from the creative side. You have to approach the planning differently. The wildflowers often only have an effect when they are planted over a larger area. A wildflower alone often doesn't seem as massive as a conventional garden flower. Perhaps they don't seem interesting enough for many people... But actually, they are also more practical for the garden because they need less care and are more durable and therefore cheaper.


Elke: Yes and they are also super adapted to our climate. You don't need to water them unless it is extremely dry. Of course, I have now also wildflowers in the balcony boxes. The box is now insanely beautiful, but it is not from April to October continuously as it would be the case with geraniums for example. But when so many bees come to the plants, you can see how much benefit it has.

© Earth.Life.You

Alexandra: Wildflowers are also very suitable for perennial beds. I have noticed, however, that even information material for natural gardens often lists non-native species. As a layman, however, one usually does not know which plants are native and which are not. I had my natural garden planned because I had very little knowledge about plants before and did not know what to put next to each other. Many of my new plants are also not native, but I had to research that first. It is not bad, there are no aggressive neophytes among them. Nevertheless, I wonder why even among natural gardeners native plants are used so little.


Valentina: Only everything that occurred in our latitudes before 1492 is considered native. Everything else is not indigenous. Just like the marigold, for example, it is a classic farmer's garden plant, where you think it will always have been there, but it hasn't.

Perennial Wildflower Bed © Earth.Life.You

Alexandra: So you also have plants that came to Austria after 1492 and then established in the wild?


Elke: Yes, or because they are simply great bee plants. For example, the Muscatel sage comes to my mind now, it's not native either, but it's insanely great for the wood bee. Even in a natural garden, plants do not have to be 100% indigenous. If it is 60%, then it is already wonderful and if someone says, he likes the stuffed roses better, well then he should put on the stuffed roses. But if he puts on 5 square meters of flower meadow somewhere, then this is already very helpful for the insects.

Globe Thistle with a lot of Bees! © Earth.Life.You

Alexandra: I recently heard that about 50 years ago you could not have imagined that the marguerite could be a rare plant at some point. But now there is a strong decline. Is that something you notice as well? That the diversity of native plant species is declining?


Elke: Yes, especially in areas like Regau and the surrounding area, where there is a lot of intensive agriculture. In the meadows, there are hardly any flowers anymore. Maybe you can still find some on the edges, where people don't mow as often or the fertilizer doesn't get there. For example, here the meadow in front of my house, which is mowed five times a year, then after each mowing, manure and slurry is spread on it. Which flower is able to survive that?


Alexandra: Most domestic wildflowers need nutrient-poor soil, right?


Elke: Right, the less the better. That's why cultivation is so simple. I mean, every now and then you can see in the pot that the plant would be fine if it came out. But that's actually a great thing. When the customers put the small plants out in the garden, the plants practically explode within three weeks. That's a nice effect and that's why customers keep coming back to us.

Wildflowers ready for Sale © Earth.Life.You

Valentina: Yes, and we also have customers who say that they can remember walking through the meadows as children, for example on Mother's Day and after 10 minutes they had a super great, varied bouquet. Now that is usually not possible anymore. First of all, by that time mowing has often already been done, and even if it hasn't, there are still fewer wildflowers to be found. It is simply no longer as diverse as it has been. There are often people who say: "Yes, I know this plant from my childhood." And I don't know the plant from my childhood anymore, for example.


Elke: Yes, and with our children, it will become even worse, because they don't know flower meadows anymore. They don't miss it at all. I always went to pick flowers here in the meadow. Now I don't have to go there to look for flowers, because there is nothing there anymore. Now I can pick grasses. Yes, the time when the dandelions bloom, is the only time when the meadow doesn't look green, but yellow.

Strawberries © Earth.Life.You

Alexandra: In the city, I like to call the phenomenon of very well-kept gardens "order mania." In many city gardens, often no leaf may lie crooked. Is that also the reason in the country? Or why is a meadow mowed so often?


Valentina: To have food for the animals. Mainly silage is made from it.


Elke: Yes, hay is hardly made at all. Only the silo bales are produced. That's the next thing. Even if some flower seeds would become ripe, they have no chance to fall off.


Valentina: What happens when hay is made, is that one seed falls off and stays on the meadow.


Alexandra: So in the end you can almost say again that intensive animal husbandry for the excessive meat consumption of our society is partly responsible for the decline of the wildflower meadows?


Valentina: Mhm, we will probably be able to break it down to that.

Wild Carrot © Earth.Life.You

Alexandra: You are part of the REWISA network (an association that works with regional wild plants and Seeds). Is this network Austria-wide or Europe-wide?

Elke: No, Austria-wide.


Valentina: But there are also networks in Germany.


Alexandra: REWISA is also committed to planting wildflowers in public areas. Do you have the impression that awareness is increasing in the communities?


Elke: There is now, for example, the campaign "bee-friendly community". There the communities register and then get support. So no financial support, but for advice and action. Some communities take it very seriously. It's great when the people who take care of the land stand behind the idea and not only the mayor. Because they have to implement it. Many believe that a wildflower meadow is more costly. First, you have to explain to them that it's not more work. Instead of a lawn, which I have to mow about six times a year, I leave a flower meadow, which I only have to mow twice a year. Of course, there are then also people who say: "such a wasteland".

The first thing to do is to raise awareness among the population so that the transformation is accepted. If the people then know why the meadow is left standing, then it usually fits. If you only mow twice a year, there is of course also a time in between when it doesn't look so nice, because the flowers wither and the seeds fall off. This is the time when the first people in the community call and say, "Can't you get a lawnmower?

Oregano © Earth.Life.You

Alexandra: I recently heard about a nursery in Vienna that deliberately left a part of its meadow area standing and then was actually offered donations because people thought they couldn't afford to mow the lawn. So there is apparently still a lack of understanding among many people.


Elke: Yes, but it is slowly getting better. Many young people, however, want a low-maintenance garden. They prefer a rock garden with box balls and cherry laurel. It must always look nice and clean.


Valentina: And some people also simply fill the garden with gravel. Then almost nothing is green anymore.


Alexandra: In Baden-Württemberg, there is now a ban against gravel gardens. To protect the diversity of species. It is only a small step, but still.

Do you feel that there is now an increased interest in native plants, now that you are hearing more about the death of insects in the media?


Elke: Yes, you could say that it has now doubled from year to year. Also this year with Corona, it was madness. It will be exciting next year unless there is another lockdown in March, we don't know, but then it will be interesting to see if the demand has increased just because of Corona or if this is a trend through awareness-raising. I suppose it's a combination of the two. Many people simply had the time to deal with it, or after not going on holiday this year, they wanted their garden to be nice looking for a holiday location. Since many nurseries were not open and many did not have an online store, and we do ship online, we had a lot of demand.


Alexandra: Do you sell mainly through the online shop? Or is there also an off-farm sale?


Elke: At the "Wilde Blumen" you can get everything. Garden sale, then we supply the local shops. Normally we also go to fairs, but we cut back a little bit on that. But mainly we sell online. We certainly sell more to Vienna and Lower Austria than to Regau. I dare say that of the 6,000 inhabitants of Regau, maybe 500 or 1,000 know us, I don't know.

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Alexandra: Okay, that is interesting. Especially that it is already so well known in Vienna, that is very nice!


Elke: Yes, surely also because of the fairs. But Vienna also has almost two million inhabitants.


Alexandra: Yes, we are a big bunch in Vienna.


Valentina: Maybe city dwellers are more the ones who deal with such topics and who create nature on their balcony to relax. People who live in the country, for example, often have a large garden and think: "I don't know the plant now, I'd rather mow it down".


Alexandra: I also have the impression that many people who live in the country have the feeling that they live in close proximity to nature anyway, so it doesn't matter if my garden is insect-friendly. The insects have everything they need around anyway. But there are not so many natural areas in our country anymore because of the intensive cultivation of the land... also in the country. That's the sad thing about it.


Valentina: And I think it is also important that they are coherent areas, from the insect's point of view.


Alexandra: Exactly, I have already heard of flowering highways in Germany, and in Austria, there is the Global 2000 project "Die Blühlinge" (The bloomers), which also wants to create a network of insect-friendly areas.


Valentina: It doesn't make sense to grow plants, but the insects for which you grow them don't get there at all, because they don't have such a large range. You would have to get away from the idea of "islands of bloom".


Elke: Yes, you can see that in my garden too. We have many bees, but butterflies are hardly seen this year. We saw a lemon butterfly yesterday and of course, there are cabbage white butterflies, but peacock butterflies, small foxes, or similar common species are very rare. I only dream of a swallowtail.

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Alexandra: I have also heard that butterflies often have the problem that although more flowering areas are cultivated again, there are hardly any food plants for the caterpillars. Like nettles, for example. Nobody wants to cultivate them. There would have to be a good network of flowering areas and caterpillar food plants to enable butterflies to spread more again...


Elke: Probably, but that is of course difficult in the garden. Who wants to plant a bed so that it is eaten away. But a small wild corner in the garden would help.


Alexandra: Would wildflower beds also be suitable for parks?


Elke: Yes, sure, of course. But the people who are in charge of the areas must always be the ones behind it. No matter how good an idea you have, if they are not convinced, it doesn't make sense. Even a wildflower bed does not go with zero care. Nevertheless, it should be cut back twice a year or weeded twice a year. That is so. But at least not in such a way that I have to tear it out every year and start over again. I think Paula once put together a planting packet for a park in Vienna. I think it was the Augarten if I am not mistaken.


Alexandra: The Augarten? Okay, well I have to take a look.

Those were already all my questions. Thank you both for your time! It was a very nice conversation!


Elke: We didn't do too badly there, did we?


Alexandra: Not at all!

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I hope you enjoyed the interview with the two of them and maybe you could take some new information with you. And who knows, maybe you'll find a little place in your garden or balcony or just on the windowsill for some native wildflowers and thus make a small contribution to the integrity of the native biodiversity. If so, I would be happy if you send me a picture of it! And have a look at the "Wilde Blumen" website and be inspired. (unpaid advertising from conviction). Or search for local native wildflower suppliers in your area!

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