Conservation-Days 2020

Deutsche Version:

(English Version Below)


Ich weiß, es ist hier in letzter Zeit etwas ruhig geworden. Das liegt aber nicht daran, dass ich nicht mehr weiß, was ich schreiben soll. Es gibt im Gegenteil so viel, worüber ich schreiben möchte, dass ich teilweise schon vertieft bin in die Recherche für zukünftige Beiträge. Das Schreiben kommt dabei definitiv zu kurz!

Noch dazu kommt, dass ich über den Sommer doch auch außerhalb von Wien war und viele interessante Projekte besucht habe. Also, ihr dürft gespannt sein, was ich noch alles in petto habe ;)


Aber jetzt einmal zu meinen letzten Tätigkeiten. Ich habe am ersten Septemberwochenende bei den Artenschutztagen im Tiergarten Schönbrunn für das Jane Goodall Institute Austria ehrenamtlich mitgeholfen deren Stand zu betreuen.

Jetzt fragt sich vielleicht der ein oder andere: "Was sind die Artenschutztage?" und "Wer oder was ist das Jane Goodall Institute?" Fangen wir mal bei den Artenschutztagen an.

Großer Panda © Earth.Life.You

Die Artenschutztage sind ein jährliches Event im Tiergarten Schönbrunn, um auf die dramatische Situation vieler Tier- und Pflanzenarten aufmerksam zu machen und Projekte zum Artenschutz vorzustellen. Dabei zeigt der Tiergarten selbst natürlich seine Projekte, aber es sind jedes Jahr um die 20 verschiedene Organisationen vertreten, die sich für den Schutz der Natur einsetzen. Artenschutz ist gerade wichtiger denn je. Vor ein paar Tagen ist der Living Planet Report 2020 vom WWF herausgekommen und die Daten sehen alles andere als positiv aus. Um hier mal die wichtigsten Zahlen daraus zu nennen:


85% der eisfreien Fläche ist mehr oder weniger durch den Menschen geprägt;

68% der Wirbeltierbestände sind seit 1970 verloren gegangen.


Wenn ihr mehr erfahren wollt, hier findet ihr den Link zum WWF Living Planet Report. Noch haben wir die Möglichkeit diesen Negativtrend umzukehren, aber dafür braucht es eine kollektiv verstärkte Bemühung für den Artenschutz. Daher sind Veranstaltungen wie die Artenschutztage im Tiergarten so wichtig.

Sibirischer Tiger © Earth.Life.You

Verständlicherweise haben viele Menschen, die zumindest im Herzen TierschützerInnen sind im besten Fall ein gemischtes Gefühl, wenn sie die eleganten Großkatzen, die mächtigen Bären und die sensiblen Orang-Utans in ihren Gehegen betrachten. Mir geht es auch nicht anders. Allerdings ist ein Zoo, zumindest die meisten in Europa, viel mehr als nur ein Aussteller exotischer Tiere. Der Tiergarten Schönbrunn zum Beispiel engagiert sich aktiv und finanziell für mehrere Artenschutzprojekte.


Ein kleines Beispiel für eines der Artenschutzprojekte:

Die Waldrappe, die am meisten bedrohte Vogelart der Welt, die in Europa bereits als ausgerottet galt, wurde durch Nachzucht im Zoo wieder in Europa angesiedelt. Diese Vögel ziehen allerdings im Winter nach Süden zum Überwintern. Blöd nur, dass ihre Eltern nicht mehr den Weg in das Überwinterungsgebiet kannten... Tja, dafür wurden sie von ihren menschlichen Ziehmüttern mit Hilfe von Ultraleichtflugzeugen zum ersten Mal dorthin eskortiert. Und nein, das ist kein Scherz, es gibt Beweisfotos! Siehe hier ;)


Zum Glück ist der Mensch auch bei Artenschutzprojekten wahnsinnig erfinderisch. Es gibt eine ganze Liste an Projekten, die der Tiergarten unterstützt, von der Kooperation mit China zum Erhalt der Pandabären oder den Schutz der Eisbären bis hin zur Auswilderung von Bartgeiern. Wenn euch die Projekte im Detail interessieren, dann klickt doch hier! Ich freue mich auf jeden Fall, dass ich durch die Artenschutztage auf diese Projekte aufmerksam geworden bin.

Eisbärbaby Finja März 2020 © Earth.Life.You

Neben diesen spannenden Projekten ist eine wichtige Aufgabe eines Tiergartens auch Bildung. Damit Menschen Empathie für Tiere entwickeln können brauchen sie einen Bezug dazu. Leider reichen oft Bilder von Eisbären auf wegschmelzenden Eisschollen nicht aus, um die Leute zu erreichen. Wenn sie sich dann aber ihre herzige und geliebte Finja (das derzeitige Eisbärenbaby in Wien) auf so einer Eisscholle vorstellen, sieht die Sache für viele vielleicht schon wieder anders aus. Die Tiere im Zoo dienen als Vermittler ihrer Art. Ob das jetzt ethisch rechtfertigt sie deswegen einzusperren, sei mal dahingestellt. Ich persönlich kann nur sagen, dass die unzähligen Besuche im Tiergarten als Kind mich definitiv den Tieren und den Problemen ihrer Artgenossen in freier Wildbahn nähergebracht haben.


Neben all diesen Dingen freut es mich, dass der Tiergarten mit den Artenschutztagen auch auf Naturschutzprojekte anderer Organisationen aufmerksam macht. Ob von den sehr lokalen Biosphärenpark Wienerwald bis hin zum internationalen Jane Goodall Institut sind alle Größen von Instituten und Organisationen vertreten gewesen. Und das Interessante ist, egal wie viel ich mich mit Umweltschutz beschäftige, ich finde immer noch neue Projekte und Organisationen. Ein Phänomen was mir bisher jeder an Umweltschutz Interessierte bestätigen konnte. Diese vielen unterschiedlichen Organisationen zu sehen und ihre Arbeit kennenzulernen gibt mir einerseits Hoffnung, andererseits macht es mich auch traurig zu sehen, wie wenig Leute darüber Bescheid wissen und wie wenig Stellenwert es in unserer Gesellschaft hat. Ich habe den Eindruck, dass es leider mehr als 'nobles Hobby' wahrgenommen wird.



Damit zumindest ihr, meine lieben LeserInnen, schon von ein paar mehr Projekten gehört habt, gibt es jetzt eine kleine Auflistung und Beschreibung verschiedener Aussteller bei den Artenschutztagen 2020, mit denen ich mich etwas mehr beschäftigt habe:


  • Jane Goodall Institute Austria Die inspirierende Dr. Jane Goodall hat die Non-Profit Organisation 1977 in Leben gerufen um die Schimpansen, unsere nächsten Verwandten, zu schützen. Die Mittlerweile 31 eigenständigen Institute weltweit bemühen sich die Menschen zu einem harmonischen und nachhaltigen Miteinander mit der Natur zu führen und in deren jeweiligen Ländern speziell die nächsten Generation die Wichtigkeit von Umwelt- und Artenschutz näher zu bringen. Es freut mich sehr, mich auch weiterhin für das Jane Goodall Institut Austria ehrenamtlich einzusetzen.

Springtamarin © Earth.Life.You
  • City Nature Dieses Projekt ist eine Kooperation zwischen Wien und Bratislava, welches darauf abzielt die Artenvielfalt in den beiden Städten zu Erhalten und das Bewusstsein der Bevölkerung dafür zu steigern. Dabei setzt das Projekt auf schonende Pflegemaßnahmen von Grünflächen, Monitoring, gratis Exkursionen für Interessierte und auch Einbindung von Freiwilligen in die Pflege. Ich durfte bei diesem Projekt diesen Sommer auch schon bei Exkursionen mit dabei sein und selbst mit einer Sense mithelfen, die Wiesen zu pflegen! Wenn ihr auch Lust bekommen habt, hier findet ihr die Termine.

Selbst ich hab hier gelernt wie man eine Sense verwendet, ohne mich zu verletzen. Danke City Nature! © Earth.Life.You
  • Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft Boden und Erde ist für viele von uns ein selbstverständliches und nicht besonders wertvolles Gut. Die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft ist ein Verein, der das Bewusstsein mit Initiativen und Projekten für den Boden, einen unserer wichtigsten Lebensgrundlagen, stärken möchte. Hier findet ihr die Termine für viele spannende Exkursionen und Vorträge.

Regenwurm © Earth.Life.You
  • Auring - Biologische Station Hohenau - Ringelsdorf Seit 1966 kümmert sich dieser Verein um den Erhalt des Feuchtgebietes im Bereich der oberen March-Thaya Auen, dabei wird auch werden speziell auch die dort lebenden Vogelarten erforscht. Die Storchenkolonie in Marchegg ist in Österreich schon fast eine kleine Berühmtheit. Auch hier gibt es einige spannende Exkursionen und Ausflugsziele für Interessierte.

Blaustirn-Blatthühnchen - nicht an der March zu finden, sondern in Afrika, oder im Teirgarten ;) © Earth.Life.You

Ich hoffe, ich konnte euer Interesse wecken auf den Link zu der ein oder anderen Organisation zu klicken und vielleicht sogar an einer Exkursion oder Freiwilligenprojekt teilzunehmen oder auch zu spenden. All diese Projekte leisten einen wichtigen Beitrag für den Schutz der Natur und damit auch für unsere Gesellschaft (im Endeffekt auch für die langfristige "Gesundheit " unserer Wirtschaft).


Ich freue mich auch sehr, euch das ein oder andere Projekt in folgenden Beiträgen mit Interviews noch genauer näher bringen zu können!


Alles Liebe,

Eure Alexandra




English Version:


I know it has been a little quiet around here lately. But that is not because I don't know what to write anymore. On the contrary, there are so many things I want to write about that I am already immersed in research for future contributions. The time for writing has definitely been way too short!

In addition, I have been out of Vienna over the summer and visited many interesting projects. So you can be curious what else I have in the backhand ;)


But now to my last activities. At the first weekend of September I volunteered for the Jane Goodall Institute Austria at the Conservation-Days in the Zoo of Vienna.

Now some of you may ask yourself: "What are the Conservation-Days" and "Who or what is the Jane Goodall Institute? Let's start with the Conservation-Days.

Panda © Earth.Life.You

The Conservation-Days are an annual event at the Zoo of Vienna to draw attention to the dramatic situation of many animal and plant species and to present projects for conservation. Of course, the zoo itself shows its projects, but every year about 20 different organizations are represented, which work for the protection of nature. Species protection is now more important than ever. A few days ago, the Living Planet Report 2020 from the WWF was published and the data looks anything but positive. To name the most important figures from it:


85% of the ice-free area is more or less shaped by humans.

68% of vertebrate populations have been lost since 1970.


If you want to know more, here is the link to the WWF Living Planet Report. We still have the opportunity to reverse this negative trend, but for this, we need a collectively intensified effort for species protection. That's why events like the Conservation-Days are so important.

Sibirian Tiger © Earth.Life.You

Understandably, many people who are at least at heart animal protectors have a mixed feeling at best when they look at the elegant big cats, the powerful bears and the sensitive orangutans in their enclosures. I do not feel differently either. However, a zoo, at least most of them in Europe, is much more than just an exhibitor of exotic animals. The Viennese Zoo, for example, is actively and financially involved in several species protection projects.


A small example of one of the species protection projects:

The bald ibis, the most endangered bird species in the world, which was already considered extinct in Europe, was reintroduced to Europe by breeding in the zoo. However, these birds migrate south in winter to spend the winter. Too bad, that its parents no longer knew the way into the hibernation-area and therefore couldn't teach them. Well, they were escorted there for the first time by their human foster mothers with the help of ultralight aircraft. And no this is no joke, there are proof photos! See here ;)


Fortunately, humans are also incredibly inventive in species protection projects. There is a whole list of projects that the zoo supports, from cooperation with China for the conservation of panda bears or the protection of polar bears to the release of bearded vultures into the wild. If you are interested in the projects in detail, please click here! In any case, I am happy that I became aware of these projects through the Conservation-Days.

Babybear Finja in March 2020 © Earth.Life.You

Besides these exciting projects, an important task of a zoo is also education. In order for people to develop empathy for animals, they need a connection to them. Unfortunately, pictures of polar bears on melting ice floes are often not enough to reach people on a deeper level. But when they imagine their sweet and beloved Finja (the current polar bear baby in Vienna) on such an ice floe, things may look different for many people. The animals in the zoo serve as mediators of their species, but whether this ethically justifies to lock them up, for this reason, is a moot point. I personally can only say that the innumerable visits in the zoo as a child definitely brought me closer to the animals and the problems of their conspecifics in the wild.


Apart from all these things it makes me happy that the zoo with the Conservation-Days attentive also to nature protection projects of other organizations. Whether from the very local Biosphere Park "Wienerwald" to the international Jane Goodall Institute, all sizes of institutes and organizations have been represented. And the interesting thing is, no matter how much I am involved in environmental protection, I still find new projects and organizations. A phenomenon that anybody interested in environmental protection could confirm to me. To see these many different organizations and to get to know their work gives me hope on the one hand, but on the other hand, it makes me sad to see how few people are genuinely interested in environmental protection and how little importance it still has in our society. I have the impression that it is unfortunately perceived more as a 'noble hobby'.


So that at least you, my dear readers, have already heard about a few more projects, there is now a small list and description of various exhibitors at the Species Conservation Days 2020, which I have dealt with a little more:


  • Jane Goodall Institute Austria The inspiring Dr Jane Goodall founded the non-profit organization in 1977 to protect chimpanzees, our closest relatives. Meanwhile, 31 independent institutes around the world strive to lead people to harmonious and sustainable coexistence with nature and to teach the next generation in their respective countries the importance of environmental and species protection. I am very pleased to continue to work for the Jane Goodall Institute Austria on a voluntary basis.

  • City Nature This project is a cooperation between Vienna and Bratislava, which aims to preserve the biodiversity in both cities and to increase the awareness of the population. The project is based on careful maintenance of green areas, monitoring, free excursions for interested people and also the involvement of volunteers in the maintenance. This summer, I had the opportunity to participate in excursions and help with a scythe to care for the meadows! If you are interested, you can find the dates here.

I'm leraning how to scythe, without hurting myself by City Nature © Earth.Life.You

  • Austrian Soil Science Society For many of us, the soil is an inconspicuous and not particularly valuable commodity. The Austrian Soil Science Society is an association that wants to strengthen the awareness with initiatives and projects for soil, one of our most important foundations of life. Here you can find the dates for many exciting excursions and lectures. Btw. there are also British and an American Society of Soil Science.

Earthworm © Earth.Life.You
  • Auring - Biological Station Hohenau - Ringelsdorf Since 1966, this association has been concerned with the preservation of the wetland in the area of the upper March-Thaya floodplains, and the species of birds living there are also being researched. The stork colony in Marchegg is almost a small celebrity in Austria. There are also some exciting excursions and destinations for those interested.

African jacana - this bird you can't find in Europe but in Africa © Earth.Life.You

I hope I could arouse your interest to click on the link to one or the other organization and maybe even participate in an excursion or volunteer project or even donate. All these projects make an important contribution to the protection of nature and thus also to our society (and ultimately to the long-term "health" of our economy, too).

I am also very pleased to be able to give you a closer look at the one or other projects in the following articles with interviews!


All my love,

Your Alexandra


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